Schule winter

Ein Freitag im September. Die Schüler*innen der 2/3 kamen wie immer zur Schule, doch statt in den Klassenraum zu gehen, fuhren sie in den Wald.

Der Wildnispädagoge Jens Schuler erwartete die Klasse. Nach einem Waldrundgang und ein paar grundlegenden Verhaltensregeln, wie zum Beispiel das Sammeln der Gruppe beim Ertönen des Kuckucksrufes von Jens Schuler, standen einige Bewegungsspiele auf dem Programm.

Dann wurden die Kinder für den restlichen Tag in Gruppen aufgeteilt. Alle bekamen eine geheime Karte, auf welcher der Name eines Waldtieres stand. Dann wurden allen die Augen verbunden und jede*r machte das Geräusch des Tieres auf seiner Karte. Nun mussten die Kinder sich anhand der Geräusche in ihrer Gruppe finden. Klassenlehrerin Monika Freiling versammelte die Froschgruppe um sich. Praktikantin Anna war für das Wolfsrudel zuständig. Betreuerin Sylvia Schuler arbeitete mit den Eulen und Englischlehrerin Magda Kačičnik hatte die Raben unter ihren Fittichen.

Wildnispädagogik

Was man alles lernt, wenn man seinem Sohn bei den Hausaufgaben hilft! So wusste ich zum Beispiel nicht, dass Ameisen einen Kropf haben. Dies schrieb unser Sohn in sein Buch über die Ameisen. Und auch das Wort „Formicarium“, welches den Kindern der Klasse 2/3 ganz geläufig war, bereitete mir in den ersten Tagen Probleme. 

Aber fangen wir ganz von vorne an. Am ersten Samstag nach den Sommerferien traf sich die Klasse 2/3 mit ihren Eltern an der Schule zum Bau des besagten Formicariums. Das ist ein Behälter zur Beobachtung und Haltung von Ameisen. Es ist daher ein spezielles Terrarium, das den Lebensraum von Ameisen nachbildet. 

Vor dem Schulgebäude hatte die Klassenlehrerin, Frau Freiling, schon alles vorbereitet. Auch die Eltern waren über ein YouTube-Video in den Bauplan eingewiesen. Am Tag zuvor hatten die Schüler*innen sich in Interessengruppen eingeteilt. So konnte die Arbeit am Samstag direkt beginnen. 

Ameisen 2020 A4 013

Auch wenn die Sonne nicht so strahlte wie die letzten Tage, sechs kleine Kinder strahlten umso mehr. Und das aus gutem Grund. Am Donnerstag, den 03. September 2020, war ihre Einschulung. Sie kamen mit ihren Eltern, stolz trugen sie ihre Schulranzen auf dem Rücken. Wunderschöne Blumenkränze schmückten ihr Haar. Von Frau Schuler auf dem Parkplatz empfangen, gingen sie durch ein Spalier aller Schüler Richtung Eingang: Was für ein musikalisches Willkommen aus vielen Kehlen.

Am 3. Juli 2020 fand an unserer Schule eine Premiere statt: Unsere erste Abschlussklasse 11&12 beendete erfolgreich ihre Schullaufbahn. Neben dem Waldorfabschluss erlangten die Schülerinnen und Schüler ihren Realschulabschluss  bzw. ihren erweiterten Realschulabschluss. Sie waren von ihren Lehrern gründlich auf die Prüfungen vorbereitet worden und hatten im Mai am zentralen Abschlussverfahren für niedersächsische Schulen teilgenommen.